Von Lügen und großen Gefühlen: „Tyll“ von Daniel Kehlmann….

http://www.kehlmann.com/

Schön, wenn Dummheit und Unredlichkeit so entlarvt wird…..

Erstaunlich! Daniel Kehlmann beschreibt in seinem neuen Buch „Tyll“ ganz prima auch das Justizsystem Würzburg/Bamberg. (Unter anderem….).

Heute wird nicht mehr gefoltert und auch nicht mehr das „Dorf“ befragt – heute reicht ein „Gerichtsgutachter“ wie Dr. Groß, der genau weiß, was seine Kumpels von der Staatsanwaltschaft hören wollen, um einen Unschuldigen zu vernichten. Nicht mehr auf dem Scheiterhaufen, aber in der Forensik. Als gesetzliche Grundlage dient nicht mehr die „Halsgerichtsordnung“ (* siehe unten) – aber das Unterbringungsrecht. Die „Gefahr“ geht nicht mehr von Hexern aus – aber von „Querulanten“ und „Gefährdern“:

Federführend ist nicht mehr er hier….

…sondern er hier:

Beide gehen – siehe Bericht unten – offenbar immer gerne „vom Schlimmsten“ aus und glauben, unter dem Etikett „Gefahr“ dürfe man alles; was früher der Weihbischof, ist heute der bayerische Justizminister, ein CSU-Scharfmacher, gerne auch katholisch unterwegs.

Und genauso erhellend ist diese Passage aus dem Buch von Daniel Kehlmann, was die Entfremdung meines Kindes durch die verbrecherische Justiz in Franken angeht: man weiß immer ganz genau, welche selbstreferentiellen und zirkulären „Voraussetzungen“ es braucht, damit das „Kindeswohl“ durch einen ausgegrenzten Vater verletzt ist – genauso wie man vor 400 Jahren genau wusste, was es braucht, um einen Hexer zu „überführen“:

Das Buch sollte jeder lesen, der gute Bücher liebt:

https://www.srf.ch/play/tv/literaturclub/video/von-luegen-und-grossen-gefuehlen-der-literaturclub-im-november?id=839cd363-6950-4826-b42e-fa5061058d40

…..“Doktor Tesimond macht seinem Adlatus ein Zeichen, und Doktor Kircher steht auf und verliest das Geständnis des Müllers.

In Gedanken ist er wieder bei den Ermittlungen. Der Knecht Sepp hat bereitwillig erzählt, wie oft er den Müller tagsüber in tiefem Schlaf vorgefunden hat. Ohne dass jemand solche Ohnmachten bezeugt, kann man keinen der Hexerei überführen, da gibt es strenge Regeln. Die Satansknechte lassen ihre Körper zurück und fliegen mit dem Geist hinaus in ferne Länder. Sogar Schütteln und Anschreien und Treten hätten nichts geholfen, so hat es Sepp zu Protokoll gegeben, und auch der Pfarrer hat den Müller schwer belastet: Ich verfluche dich, habe er gerufen, sobald einer im Dorf ihn verärgert habe, ich verbrenn dich, ich mach dir Schmerzen! Vom ganzen Dorf habe er Gehorsam verlangt, jeder habe seinen Zorn gefürchtet. Und die Frau des Bäckers hat einmal die Dämonen gesehen, die er nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Steger-Feld beschworen hat: Von Schlünden, Zähnen, Klauen und großen Gemächten hat sie gesprochen, schleimigen Gestalten der Mitternacht, Doktor Kircher hat es kaum über sich gebracht, das aufzuschreiben. Und dann haben vier, fünf, sechs Dorfbewohner, und dann noch drei und dann noch zwei, immer mehr und mehr, ausführlich beschrieben, wie oft er schlechtes Wetter über ihre Felder gebracht habe. Schadenszauber ist noch wichtiger als Ohnmacht – wenn er nicht bezeugt ist, kann man einen Angeklagten nur für Ketzerei verurteilen, aber nicht als Hexer. Um sicherzustellen, dass es keinen Irrtum gibt, hat Doktor Kircher den Zeugen tagelang die Gesten und Worte erklärt, die sie bemerkt haben müssen, ihre Köpfe arbeiten langsam, alles muss man wiederholen, die Bannflüche, die alten Formeln, die Satansbeschwörungen, bevor sie sich erinnern. Tatsächlich hat sich hernach herausgestellt, dass sie alle die richtigen Worte gehört und die richtigen Beschwörungsgesten gesehen haben, nur der Bäcker, der auch befragt wurde, war sich plötzlich nicht mehr sicher, aber dann hat Doktor Tesimond ihn zur Seite genommen und gefragt, ob er wirklich einen Hexer schützen wolle und ob sein Leben so rein sei, dass er eine genaue Untersuchung nicht zu fürchten habe. Da hat sich der Bäcker dann doch erinnert, dass er alles gesehen hat, was die anderen gesehen haben, und dann hat nichts mehr gefehlt, um den Müller im scharfen Verhör zum Geständnis zu führen.“….

Daniel Kehlmann

(*)

„Die „Peinliche Halsgerichtsordnung“

Die erste „Bambergische Peinliche Halsgerichtsordnung“ erschien 1507. Sie gilt als Meilenstein in der Rechtsentwicklung und regelt das Ermittlungs-, Beweis- und Strafverfahren. In der Ordnung ist auch geregelt, wie Hinweisen auf Zauberei nachzugehen ist und wie angebliche Hexen bestraft werden müssen. Die Bamberger Halsgerichtsordnung stellt so eine der Haupt-Rechtsgrundlagen für die Hexenverfolgung in Franken dar.“

http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/hexenverfolgung-bamberg-100.html

Es lohnt sich, sich näher mit dem Charakter der fränkischen Obrigkeiten bei diesem Popanz zu befassen – am Wahn gegen Unschuldige, an Strafwut, Hybris und an den Motiven scheint sich bei den Juristen nicht viel geändert zu haben….

…“In Franken wüten Überzeugungstäter und Denunzianten, hier bringt ein Gemenge aus Gottesfurcht, vermeintlicher Konfessionsverteidigung, Aberglaube, Machthunger, Geldgier, Neid und Missgunst ein von wahnhaftem Fanatismus geprägtes Verfolgungssystem hervor. So verwundert es nicht, dass bei Hexenverfahren gegen geltende (Folter-)Gesetze verstoßen wird und dass sich die Spirale Denunziation – Anklage – Folter – Selbstbezichtigung – Beschuldigung anderer – Verhaftungswellen – Hinrichtungen immer schneller dreht. Nach Schätzungen kommen dabei mehr als 3.000 Unschuldige, die sich oft gegenseitig in den Folterkeller bringen, ums Leben.

Bamberg – Vernichtungskrieg gegen Hexen und Zauberer

Das Hochstift Bamberg verfügt um 1600 über Streubesitz bis in die Alpen hinein und zählt etwa 150.000 Einwohner, in der Stadt Bamberg leben 8.000 bis 10.000 Menschen. Nach ersten Hexentötungen in den 1590er Jahren steigert sich vor allem nach Naturereignissen (zum Beispiel Nachtfröste im Mai/Juni, Erfrieren der Feldfrüchte, Missernten) die Hexenhatz zur Hysterie. In drei großen Verfolgungsschüben (1612/1613, 1616-1619, 1626-1630) werden mehr als 1.000 Menschen des Schadenszaubers verdächtigt, gefoltert und umgebracht. Besonders häufig brennen die Scheiterhaufen im klimageschichtlich auffälligen „Jahr ohne Sommer“ 1628.

Unterstützt von seinem Weihbischof Friedrich Förner (1570-1630), einem von religiösem Eifer beseelten Scharfmacher, geht Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim (1586-1633) systematisch gegen Hexen vor. Einen reibungslosen Ablauf der Prozesse soll das hochrangig besetzte Malefizamt (Malefiz = Missetat, Verbrechen) gewährleisten; ihm gehören der Kanzler (weltlicher Geschäftsführer des Hochstifts), Räte und Juristen an. Auch Sonderermittler kommen zum Einsatz, die ganze Familien auslöschen, Ratsmitglieder und sogar einen angesehenen Bürgermeister, Johannes Junius (1573-1628), ins Visier nehmen. Selbst der langjährige bischöfliche Kanzler Dr. Georg Haan (1568-1628), ein Kritiker der Hexenprozesse, der Sand ins Getriebe streut, indem er die Mittel für die Verfolgung kürzt, wird als Zauberer denunziert, malträtiert, enthauptet und verbrannt.

Hexenverfolgung extrem in Bamberg

Am Beispiel Bambergs lassen sich alle Facetten der europäischen Hexenverfolgung betrachten – gebündelt wie unter einem Brennglas. Die Hauptverantwortlichen sind keine finsteren, perversen Verbrecher. Sie handeln, wie der Experte der Sendung, Professor Günter Dippold betont, aus Überzeugung; Schuldgefühle sind ihnen fremd. Sie zweifeln nicht daran, dass Menschen mit dem Teufel im Bunde stehen, und sind bereit, in die Abwehrschlacht gegen dunkle Mächte zu ziehen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht – schließlich gilt Hexerei als Ausnahmeverbrechen, bei dem die Anwendung von „Notstandsgesetzen“ angebracht erscheint. Entgegen den Regeln der Carolina wird in Bamberg hemmungslos gefoltert, um Geständnisse zu erpressen und immer neue „Besagungen“ zu erzwingen. Sondertribunale betreiben Eilverfahren, Beschuldigte haben kein Recht auf Verteidigung, das Todesurteil ist ihnen zumeist sicher. Wer in den Genuss einer Begnadigung kommt, wird vor dem Verbrennen geköpft…..

…..Der Fall Dorothea Flock markiert einen Wendepunkt. Noch im Jahr 1630 beschäftigt sich der Kurfürstentag in Regensburg, an dem Kaiser Ferdinand II. (1578-1637) teilnimmt, mit den Vorgängen in Bamberg. Auch der Reichshofrat in Wien wird 1630/1631 aktiv. Die Gerichtsbehörde des Kaisers nimmt die Bamberger Hexenprozesse unter die Lupe und erkennt gravierende Formfehler, wie das willkürliche, lang anhaltende Foltern von Verdächtigen entgegen dem Regelwerk der Carolina, das unter anderem den Freispruch bei geständnislosem Anwenden der „peinlichen Frage“ vorsieht.

Zwar lässt der Bamberger Fürstbischof Gerichtsakten fälschen, doch seine Verschleierungsversuche schlagen fehl. Der Kaiser ordnet an, die Haftbedingungen im Malefizhaus zu erleichtern und untersagt das Einziehen des Besitzes Verurteilter zugunsten der „Kriegskasse“ des Hochstifts. Damit ist den Bamberger Hexenbrennern die ökonomische Basis entzogen. Schließlich setzt der Vormarsch der Schweden auf Bamberg 1631/1632 der Blutorgie endgültig ein Ende. Johann Georg II. Fuchs von Dornheim flieht ins österreichische Exil und stirbt im März 1633 an den Folgen eines Schlaganfalls.

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/geschichte/bamberger-hexenprozess-inquisition-100.html

6 Gedanken zu „Von Lügen und großen Gefühlen: „Tyll“ von Daniel Kehlmann….

  1. Interessant in dem Zusammenhang:

    https://www.hexenbrenner-museum.com/index.php/de/

    ….“Bis zum Jahr 2008 (Tag des offenen Denkmals) waren diese Tatsachen absolut unbekannt, denn die Täter, sprich die katholische Kirche, hatte es über Jahrhunderte geschafft, die grausamste Epoche dieser Stadt perfekt zu vertuschen.

    Spätestens seit den offiziellen „Hexenwochen“ im Jahr 2012 erfuhr man dann öffentlich in Bamberg welche Form von Justizmorden sich hier ereignet hatten – zumindest wenn man kein kulturbehinderter Geschichtsanalphabet ist.“….

    http://malefiz.blogspot.de/

    Und auch der Film Oscar-Film 2015, ‚Spotlight‘, war schon Thema hier im Blog…..weckt offenbar nicht nur bei mir Assoziationen:

    SPOTLIGHT – Boston und / oder Bamberg – Die Blaupause

    …“In einer Stadt, in der es nur ein einziges Leitmedium gibt, an dem die katholische Kirche, wie in Bamberg auch noch Anteilseigner ist, arbeiten nur Journalisten, die man als handverlesen oder als handzahm bezeichnen darf. Von ihnen ist erst dann Hilfe zu erwarten, wenn bereits eine landesweite DPA-Meldung zum Thema aus dem Ticker gelaufen ist.“….

    http://malefiz.blogspot.de/2016/03/spotlight-boston-und-oder-bamberg-die.html

    https://martindeeg.wordpress.com/2016/03/19/lka-bayern-weitere-anzeige-struktureller-korruption-bei-den-strafverfolgungsbehoerden-wuerzburgbamberg-untersuchungsausschuss/#comment-5469

  2. ….. Beide gehen – siehe Bericht unten – offenbar immer gerne „vom Schlimmsten“ aus und glauben, unter dem Etikett „Gefahr“ dürfe man alles; was früher der Weihbischof, ist heute der bayerische Justizminister, ein CSU-Scharfmacher, gerne auch katholisch unterwegs…..

    Gefahr oder geheimer Wunsch oder bereits in Ausführung (behordenintern als ‚Massnahme/Vorschrift‘ getarnt)? Oder anders gefragt: Wovon traeumen die Nachts? Oder toben die ihre Machtlust bereits voll aus, getarnt als Schutz vor irgendwelcher ‚Gefahr‘?
    Vom ‚Celler Loch‘ ueber NPD (komplett behoerdengesteuert, Verfassungsschutz finanzierte soagr einen LAndesverband), bis zu den NSU Moerdern und deren Helfern (V-Leute, bezahlt von Behoerden – Zusatzfrage: Wie viel Geld wurde in der Amtskasse abgeholt und wie viel kam tatsaechlich an? Stichwort Transportverlust) unddem Weihanchtsmarktattentaeter AMRI dessen Verhaftung nicht gemacht wurde, der unter Schreibtischueberwachung stand (die Stunden wurden aufgeschrieben – Mo-Fr – ueberwacht wurde nicht) – ueberall sind diese Typen verwickelt, die immer vor GEFAHR (undefiniert) warnen, aber dies wieder nur als Ablenkung zur eigenen Vorteilsnahme/Gewaehrung nutzen.
    Es laueft wieder mal darauf hinaus:

    „Ein politisches System, das dem Untergang geweiht ist, tut instinktiv vieles, was diesen Untergang beschleunigt.“

    Jean Paul Sartre

    • Tyll hatte ich gerade unter den W-Baum gelegt und mich beim Beschenkten als Zweitleser angemeldet. Bin sehr gespannt.

      Der Satz:

      „Ein politisches System, das dem Untergang geweiht ist, tut instinktiv vieles, was diesen Untergang beschleunigt.“

      passt als Phänomen-Beschreibung des Jetzt-Zustandes sehr gut, hilft aber beim Verstehen und damit auch beim aktiven Bewältigen des Untergangsszenarios nicht weiter. Das könnte trotz Röchelns häßlich und langwierig werden, wenn nicht sogar wegen fehlender Erkenntnisse eine (weitere) Wiederholung droht.
      Vermutlich würde es also weiterführen, wenn man die verschiedenen Begriffs- und Bedeutungsebenen aufdröselt und nach struktureller Schlüssigkeit sucht.
      Ein „System“ ist ja grundsätzlich etwas Rationales, also eine zweckorientierte Struktur. Wäre diese Struktur offensichtlich (für alle) destruktiv, würde man es nicht System nennen und vielmehr durch etwas (zumindest vermeintlich) Taugliches ersetzen.
      Um als System durchzugehen, muss eine Struktur also zumindestens für eine wirksame Mehrheit scheinbar funktional sein und „richtige Ergebnisse“ liefern. Ob das Richtige „echt“ ist oder nur oberflächlicher Anschein, hinterfragt nur der, dessen Interessen davon tatsächlich tangiert sind. Im Owi-Recht z.B. ist die Justiz wohl auch deshalb weitgehend funktional ausgerichtet. Denn die Mehrheit wird nur davon tangiert, zahlt das Knöllchen und hält die eigene Erfahrung für strukturbestimmend. Wer echte Probleme mit der Justiz bekommt, hat demnach was verbockt und will sich rausmogeln! Braucht man gerade deshalb so komplizierte Rechtsprechung und Strukturen?
      Mit Fokusverschiebung, Intransparenz, Fehlinformationen und Erzeugen von allgemeinem Desinteresse bei der Mehrheit kann eine in wesentlichen Teilen dysfunktionale Struktur als funktionales System deklariert werden. Das geht nicht grenzenlos und muss für die Mehrheit möglichst gut verpackt sein. Kann man das systematisch bis ins Detail planen und umsetzen? Wohl kaum. Der Aufwand für Manipulationen und der destruktive Charakter raubt planerische Energie und schafft unbeherrschbare Komplexität, so dass diese notgedrungen und instinktiv durch scheinbar rettende Willkür ersetzt werden muss. Ein sich selbst befeuernder Untergang ohne klare Fronten, da dabei das Ganze mitgerissen wird. Jedenfalls Alles was als angeblich strukturgebendes, funktionales Label behauptet wurde, wie z.B. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Transparenz. Die katastrophale Wirkung: Demokratie, Rechtsstaat und Transparenz erweisen sich für die Mehrheit als untauglich, so dass offene, interessengeleitete Willkür sogar zunehmend als zweckmäßig erscheint. Aber auch für solch faschistoiden Offenbarungen muss eine kritische Masse begeistert werden, was letztlich nur über Spaltung und den Ausbau gegensätzlicher Interessen gelingen kann. Angst, Machtgelüste, kompromittierende Einbindung und Vorteilsnahme werden zu strukturgebenden, stabilisierenden Merkmalen, die keine Korrektur mehr erlauben und dem Wahnsinn weiter Vorschub leisten. Die Intriganten und Asozialen werden das immer zu ihrem Vorteil nutzen können. Wenn das so ist, dann muss einerseits das Demokratische und Rechtsstaatliche maximal gestärkt und zugleich das Intrigante offenbart werden, um nicht mit falschen Schlüssen die nächste Katastrophe zu zelebrieren. Ein „wie du mir, so ich dir“ stützt also nur die destruktiven Entwicklungen allseits um das Nadelöhr des gerechten Weges. Alle Aufklärung hilft nichts, wenn der Faden nicht durch dieses Nadelöhr „Demokratie und Rechtsstaat“ geht. Über das Wie diskutieren wir auch hier zu wenig.

      • „Über das Wie diskutieren wir auch hier zu wenig“

        Wie recht Du hast. Aber wir alle verzweifeln daran, dass sich bei aller Offensichtlichkeit keine „Mitstreiter“ finden. Die Auswüchse der Willkür werden von der Allgemeinheit einfach nicht registriert oder sie findet sich in der Umarmung der bekannten Argumente wieder. Der „bedauerliche Einzelfall“ muss u.a. immer dann dafür herhalten, wenn die Justiz dann mit ihrer altbewährten Methode des „reject & denial“ nicht mehr weiterkommt und doch Zugeständnisse an die Logik machen muss.

        Ich selbst habe mit diesem System weitgehend abgeschlossen. Nicht die sog. Normen in Form von Gesetzen bestimmen meine Handlungen, sondern allein meine Moral und Ethik. Dies alles sind düstere Aussichten, ich weiß, aber ich sehe wirklich keine Perspektive, etwas ändern zu können.

      • Ein System, das man bekämpft, stärkt man zumächst einmal dadurch, dass man es bekämpft.

        Dieses Muster wird erst dann durchbrochen, wenn man das System zerstört. Darum geht es hier aber nicht.

        Es geht darum, Pervertierungen und Krankes IM System auszumerzen, eine pervertierte Justiz.

        Dazu braucht es nicht endlose „Mitstreiter“ – dafür braucht es nur an neuralgischen Stellen kluge Köpfe, die begreifen, was auf dem Spiel steht, wenn man weiter zulässt, dass sich strafwütige Ideologen, dumme Gesinnungstäter und intrigante Karrieretäter wie in Bayern hier zunehmend die Justiz und damit den Rechtsstaat zur Beute machen.

        Vertuschen und Täuschen ist deren oberstes Gebot, auch hier übliche Muster:

        – Die Spaltung: „Gefahren“ werden inszeniert, aktionistisch ausgebeutet, wo tatsächlich vorhanden, grenzenlos überreagiert und übertrieben. Wie sagte Lückemann: ….man muss „immer vom Schlimmsten“ ausgehen“.…. so wird der unbedarfte und obrigkeitshörige Bürger weiter eingebunden – man schafft gemeinsame Interessen und Feinde.

        – Mittel und Personal wird massiv dazu missbraucht, Kritiker zu solchen „Feinden“ zu stilisieren und so mundtot zu machen. Nicht umsonst wird die Abteilung „Cybercrime“ in Bayern so massiv aufgerüstet, werden Leute wie ich mit den Massnahmen des bereits pervertierten Rechtsstaats verfolgt. Ich darf erinnern: eine einfache Beschwerde nutzten die Verbrecher in Würzburgs Justiz unter Lückemann dazu, einen völlig Unschuldigen in die Forensik sperren zu wollen, zu vernichten, diese Systematik ist durch Fall Mollath bekannt. Skrupel haben diese Justizverbrecher nicht, sie nutzen, was geht.

        Die Transparenz, die das Internet bietet, ist eine Gefahr für die Täter. Insoweit ist dieser Blog ein Erfolg, da er trotz des Mechanimus der „Stärkung“ des kranken Systems – die Täter rücken zusammen, man leugnet und ignoriert, Rechtsbeugung wird konzertiert zur Abwehr genutzt, man inszeniert sich als „Opfer“ von Beleidigung etc. – offenlegt, wie das funktioniert.

        Die üblichen Abwehrstrategien der Diffamierung, Entwertung und des Mundtotmachens versagen. Der Nimbus und die Fassade krachen ein.

        Es braucht nur noch einen kleinen Schubs und das ganze kollabiert.

        Bei der CSU-Justiz ist Feuer unterm Dach, auch die politische Mehrheit bricht zusammen, man hat sich seine „Feinde“ selbst geschaffen.

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