Norbert Baumann, OLG-Richter gibt „Tipps“, wie man Missbrauchsverdacht gegen Kirchenfreund vertuscht?

Und wieder: die strukturellen Probleme im Raum Würzburg….

„Bei der momentanen Praxis würde ich jedem Opfer abraten, auf diese Institution zu hoffen. Stattdessen würde ich raten: Macht die Taten öffentlich, schreit sie heraus und schließt euch zusammen – nicht nur gegen Täter, sondern gegen ihre Helfer, die Vertuscher in den Institutionen, übrigens nicht nur in den Kirchen.“….

Dr. Norbert Baumann, der ehemalige Vorsitzende des 1. Strafsenats des OLG Bamberg ist – Thema im Blog hier – einer der für die Freiheitsberaubung im Amt gegen mich hauptverantwortlichen Täter, als solcher angezeigt und geltend gemacht.

Foto(1)

Baumann ist parteipolitisch und kirchlich bestens vernetzt und befreundet u.a. mit dem heutigen OLG-Präsidenten Lückemann, Hauptverantwortlicher der Kriminalisierung in meinem Fall und langjähriger Leiter der Staatsanwaltschaft Würzburg, hier im Bild rechts hinter dem heutigen sog. Justizminister, dem er väterlich die Hand auf die Schulter legt (Scherz):

Foto(23)

So löste man sich u.a. ab in der Funktion als Vorsitzender des Parteischiedsgerichts der CSU:

„Baumann leitet CSU-Schiedsgericht,
02. November 2010

Der Schweinfurter Norbert Baumann ist Vorsitzender des Parteischiedsgerichts der CSU. Der frühere Vizepräsident am Landgericht und heutige Vorsitzende des 1. Strafsenats am Oberlandesgericht Bamberg wurde beim Parteitag als Nachfolger von Clemens Lückemann (Würzburg) gewählt, der Generalstaatsanwalt in Bamberg ist. Lückemann hatte den Posten 17 Jahre inne, Baumann gehörte dem fünfköpfigen Gremium bereits über 25 Jahre an.“…

http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Baumann-leitet-CSU-Schiedsgericht;art742,5805936

Letzte Woche nun kommt der SPIEGEL mit einem Bericht über die Vertuschung eines mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs durch den ehem. Missbrauchsbeauftragten des Bistums Würzburg:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/wuerzburg-missbrauchsvorwurf-gegen-missbrauchsbeauftragten-a-1084133.html

Im ausführlichen dreiseitigen SPIEGEL Bericht hierzu heißt es, Heft 13/2016, S. 50:

…“Generalvikar Hillenbrand händigte hinter dem Rücken des Missbrauchsbeauftragten dessen vertraulichen Bericht einem befreundeten Richter am Oberlandesgericht Bamberg aus. Er bat diesen ehemaligen Diözeseanratsvorsitzenden um Tipps, was gegen die Frau und für den beschuldigten Klerikerfreund sprechen könne“…

Hierbei handelt es sich fraglos um Norbert Baumann, bayernweit und auch beim BGH verrufen als (ehem.) Vorsitzender des völlig „untauglichen“ 1. Strafsenats des OLG, für den Gesetze offenkundig bloß störend und Grundrechte allenfalls unverbindliche Handlungsanweisungen sind, aufgefallen auch durch Verfassungsbruch im Fall Gustl Mollath:

….“Man kann sagen, dass sich das OLG Bamberg viel Zeit genommen hat für die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Entscheidung. Mehr als sieben Monate brauchte der 1. Strafsenat in Bamberg, um nun zu beschließen: dass es da gar nichts mehr zu beschließen gibt. Die Beschwerde von Gustl Mollath gegen die Entscheidung von 2011, ihn weiter in der forensischen Psychiatrie unterzubringen, wird „für erledigt erklärt“, heißt es wörtlich in dem OLG-Beschluss.“….

http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-gustl-mollath-ein-gericht-verweigert-sich-1.1924268

Ein Bericht der Mainpost von 2002:

„Norbert Baumann bleibt Vorsitzender
14. Oktober 2002

würzburg/schweinfurt (MP) Norbert Baumann ist als Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg bestätigt worden. Bei der konstituierenden Vollversammlung des Diözesanrats am Freitag und Samstag wählten die Delegierten den 54-jährigen Schweinfurter Richter für weitere vier Jahre an die Spitze des Laiengremiums, teilte der Pressedienst des Bischöflichen Ordinariats mit.

Und wie man sich selbst sieht in diesen Kreisen, wird auch deutlich:

…“In einer Laudatio würdigte Norbert Baumann Dr. Engelbert Muth als „alten Kämpfer“ in der katholischen Laienarbeit.“….

http://www.mainpost.de/regional/franken/Norbert-Baumann-bleibt-Vorsitzender;art1727,33799

Den „Feind“ sah man hier offenbar auch in dieser Frau, die gegen einen honorigen „Kirchenkumpel“ den Vorwurf des Missbrauchs geltend machte:

„Mutmaßliches Opfer: „Ich fühle mich wie erneut missbraucht“

30. März 2016

Missbrauch: 1988 sei sie als Teenager zum Sex gezwungen worden – von einem Priester, sagt Alexandra Wolf. Im „Spiegel“ machte sie ihre Geschichte öffentlich. Nun spricht sie über die Reaktionen und darüber, wie sehr die Kirche sie verletzt habe.

Ihr Vater bereitete sich in einem Kurs im Exerzitienhaus Himmelspforten gerade auf die Weihe zum Diakon vor. Seine damals 17-jährige Tochter begleitete ihn. Was dann geschehen sein soll, erzählte sie über ein Vierteljahrhundert später dem Spiegel-Redakteur Peter Wensierski.

Er stellte den Kontakt zu Alexandra Wolf her, die schriftlich auf die Fragen antwortete. Peter Wensierski veröffentlichte seinen Artikel unter dem Titel „So ein bisserl liebevoll“. Der Satz stammt aus dem kirchlichen Untersuchungsbericht. „… vielleicht hast du so ein bisserl liebevoll den Arm um sie gelegt oder so“ soll der Generalvikar dem Beschuldigten gesagt haben, als er ihn mit dem Missbrauchsvorwurf konfrontierte. Im Herbst 2012 erfuhr der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann erstmals davon. Im Dezember 2015 wurde der Fall zu den Akten gelegt.

Alexandra Wolf: Ich war in einer sehr ohnmächtigen und hilflosen Situation, die mich bewog, einen Weg an die Öffentlichkeit zu suchen. Ich habe Frau Adams Blog schon viele Monate still beobachtet und dachte mir, da wäre jemand, der sich in auskennt und dem ich vertrauen kann. Sie wusste dann, dass es jemanden im ,Spiegel‘ gibt, der sich schon seit Jahren mit Missbrauchsfällen befasst hat. Ich hab noch etwas überlegt, mich dann aber gemeldet, und es war eine gute Entscheidung. So etwas ist nicht so einfach für jemanden, der das, was er erlebt hat, eigentlich für immer verdrängen wollte.“…

Jeske, Mainpost: „Konnten Sie damals noch nicht an die Öffentlichkeit gehen, als ausgerechnet der Mann, den Sie der sexuellen Nötigung beschuldigen, Missbrauchsbeauftragter des Bistums Würzburg wurde? Er hätte womöglich diese Position nie erhalten.“

Wolf: Ich hatte mich seit dem Ereignis von der Obrigkeit in der Kirche entfernt, während ich in meiner Gemeinde dabei war. Erst als 2010 andere Missbrauchsopfer ihr Schweigen brachen, und es durch alle Medien ging, habe ich realisiert, wer in Würzburg seit 2002 der Missbrauchsbeauftragte war.

Ich meinte dann, man kann sich wohl schlecht bei seinem eigenen Täter als Opfer melden. Ich fand, ohnmächtiger kann man sich gegenüber der Kirche kaum fühlen. Ich hab damals sogar versucht, so eine Hotline in einem anderen Bistum anzurufen, in Freiburg. Aber da gab es nur den bürokratischen Hinweis, ich möge doch jemand in meinem Heimatbistum ansprechen. Da wusste ich nicht weiter.“….

Wolf: Für mich ist es keine kirchliche Aufarbeitung, was das Bistum Würzburg in meinem Fall gemacht hat. Es ist nur ein Versuch, den Beschuldigten und das Ansehen der eigenen Institution mit allen Mitteln zu schützen. Opferschutz, seelischen Beistand, Anerkennung von Leid, finanzielle Hilfe für Therapien habe ich als Opfer nicht gefunden. Echte Aufarbeitung würde für mich Unbefangenheit, Transparenz, Wahrheitsliebe und Gerechtigkeit bedeuten und nicht Abwehr. Sie müsste vor allem unter dem Stern christlicher Barmherzigkeit für Hilfesuchende stattfinden. Ich habe vom Bistum Würzburg das Gegenteil erlebt und daher mein Vertrauen verloren. Jetzt fühle ich mich von der Kirche wie erneut missbraucht.

Jeske, Mainpost: „Was raten Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen anderen Missbrauchsopfern?“

Wolf: „Bei der momentanen Praxis würde ich jedem Opfer abraten, auf diese Institution zu hoffen.Stattdessen würde ich raten: Macht die Taten öffentlich, schreit sie heraus und schließt euch zusammen – nicht nur gegen Täter, sondern gegen ihre Helfer, die Vertuscher in den Institutionen, übrigens nicht nur in den Kirchen.“….

http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Missbrauchsopfer;art735,9173563

Advertisements

2 Gedanken zu „Norbert Baumann, OLG-Richter gibt „Tipps“, wie man Missbrauchsverdacht gegen Kirchenfreund vertuscht?

  1. Alles „Einzelfälle“….auch hier 2013:

    „Presseerklärung von Norbert Baumann, Vorsitzender der externen Untersuchungskommission, zur Aufklärung der Vorwürfe rechtsradikaler Vorgänge im Priesterseminar Würzburg

    Am 8. Mai 2013 erhob der Haussprecher des Priesterseminars gegenüber dem Regens Herbert Baumann (der mit mir im Übrigen nicht verwandt und nicht verschwägert ist) und dem Subregens Herwig Gössl Vorwürfe dahingehend, es gäbe rechtsradikale Vorgänge im Priesterseminar. In der Folgezeit wurden diese Vorwürfe öffentlich.“…

    ….“Die Kommission hat einen Bericht verfasst, der einschließlich Protokolle über die Anhörungen und Dokumentensammlung einen Umfang von 204 Seiten hat. Sie ist bei ihrer Untersuchung zu folgenden Ergebnissen gekommen:

    Es gab und gibt kein braunes Netzwerk und keinen braunen Sumpf im Priesterseminar Würzburg.

    Es gab Fehlverhalten und Fehleinstellungen einzelner Seminaristen, die dem Ruf des Priesterseminars Würzburg erheblich schadeten und alle Seminaristen unter einen nicht gerechtfertigten Generalverdacht stellten.

    Ein Alumnus erzählte bei einer Gelegenheit im Zimmer eines Mitalumnen und in Anwesenheit eines weiteren Seminaristen mindestens drei „KZ-Witze“ zur Unterhaltung. Es handelte sich nicht um „Judenwitze“ im Sinne von jiddischen oder jüdischen Witzen, sondern um völlig inakzeptable und unerträgliche „KZ-Witze“, womit die fabrikmäßige Ermordung unzähliger jüdischer Kinder, Frauen und Männer im Dritten Reich zum Gegenstand von Spott und Hohn gemacht wurde.

    Dieser Alumnus und ein weiterer haben jeweils einmal im nicht öffentlichen Bierkeller des Priesterseminars Adolf Hitler, wie es ausgedrückt wurde, „imitiert“ und „parodiert“, wobei mindestens einmal der Hitlergruß gezeigt wurde. Die Kommission hat für eine solche „Imitation“ und „Parodie“ keine auch nur im Ansatz nachvollziehbare Begründung gefunden.
    Einer von diesen Seminaristen rief beim Mittagstisch nach einem „Neger zum Abräumen“. Dies ist nach Auffassung der Kommission eine nichthinnehmbare rassistische Äußerung.
    Der andere Seminarist besuchte am 20. April 2013 ein Konzert der Band »Frei.Wild«, wozu er sich vom Besuch eines Gottesdienstes dispensieren ließ, ohne dem Regens des Priesterseminars, Herbert Baumann, mitzuteilen, dass er ein Konzert dieser Band besuchen wollte. Die Kommission ist der Auffassung, dass dieser Seminarist hierbei Fragen des Regens im Hinblick auf die Umstrittenheit der Band bewusst aus dem Weg gehen wollte. Außerdem ist er zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Texten dieser Band bis heute nicht bereit.

    Ein weiterer Alumne hat im Hinblick auf die Demonstration »Würzburg ist bunt – nicht braun« gegenüber anderen Alumnen im nicht öffentlichen Bierkeller des Priesterseminars geäußert, den Teilnehmern dieser Demonstration gehöre „eine reingehauen“ oder „auf die Fresse gehauen“. Die Kommission ist der Auffassung, dass diese Äußerung in einem so engen Zusammenhang mit dem antirassistischen Zweck der Demonstration steht, dass sie in ihrer Aggressivität selbst als rassismusfreundlich und inakzeptabel gedeutet werden muss.

    Im Priesterseminar wurde keine rechtsradikale Musik abgespielt. Allerdings wurde wiederholt dort der Badenweiler Marsch abgespielt, im Wissen, dass es sich dabei um „Hitlers Lieblingsmarsch“ handelte. Die Kommission hält fest, dass dies ein unangemessenes Verhalten für Seminaristen eines Priesterseminares ist.

    Es lässt sich nicht nachweisen, dass am 20. April 2013 von einigen Seminaristen Hitlers Geburtstag gefeiert wurde.

    Die Kommission weist klarstellend darauf hin, dass von den belegten Vorwürfen im engeren Sinn zwei Mitglieder des Priesterseminars betroffen sind, ein weiterer Seminarist von dem in Punkt 7 genannten Sachverhalt.

    Der Bericht wurde Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und Erzbischof Dr. Ludwig Schick zwischenzeitlich überreicht und von diesen zur Kenntnis genommen.

    Würzburg, 31. Juli 2013

    Norbert Baumann“….

    http://www.aktuell.bistum-wuerzburg.de/schlagzeilen/presseerklaerung-von-norbert-baumann-vorsitzender-der-externen-untersuchungskommission-zur-aufklaerung-der-vorwuerfe-rechtsradikaler-vorgaenge-im-priesterseminar-wuerzburg/ba128e47-d00e-406d-99ab-6011e8849911?mode=detail

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s