Ein körperliches Erlebnis: „Stoner“ von John Williams….

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Die von mir so erlebte lebensfeindliche Dummheit und anmaßende Arroganz der Justiz und Staatsjuristen kommt erst richtig zum Vorschein, wenn man sie im Kontrast zur Kultur, zur Filmkunst, zur Literatur erlebt.

Letzte Woche hatte ich – im schönen Würzburg – eher zufällig das Buch „Stoner“ von John Williams gekauft. Ein Wahnsinnsbuch, weshalb ich mich – immer noch paralysiert – nachträglich mit den Kritiken befasst habe. Unbedingt lesen!

Den Kritiken bleibt wenig hinzuzufügen….

Einige Zitate aus der Vorstellung im Literaturclub des Schweizer Fernsehens (Link):

„Ein körperliches Erlebnis, kathartische Wirkung….“ (Stefan Zweifel)

„…durch und durch existentielles Buch….“ (Rüdiger Safranski)

Elke Heidenreich dreht richtig auf und lässt ihrem Furor freien Lauf:

„….dass dieser Mann an diese Frau gerät ist ein solches Drama…“

„…hatte alles Potential in sich – ein liebevoller, warmherziger, intelligenter Mann und er gerät an dieses verzickte, frigide, grauenhafte Mädchen, das einen Moment mit blauen Augen ihn betört und dann sein Leben zur Hölle macht. Das Kind liebt er. Er zieht das Kind groß, weil die Mutter sich gar nicht um es kümmert. Als das Kind in der Pubertät ist, reißt die Mutter es an sich und macht es auch unglücklich….“

….“Wem das das Herz nicht zerreißt, der hat keins“…

http://www.srf.ch/player/tv/literaturclub/video/stoner-von-john-williams?id=887d987d-f79d-46c2-b4b1-04668f25c0ee

„…..Als Edith endlich beschließt, Mutter zu werden, erzwingt sie geradezu selbstmörderisch die dafür notwendigen Begegnungen. Ihre zweifellos pathologischen Stimmungsschwankungen verletzen Stoner. Umso liebevoller widmet er sich der heranwachsenden Tochter, während die Mutter über lange Zeit unpässlich und unansprechbar bleibt.

Man fragt sich, warum man sich diesen nicht sehr erfreulichen Wendungen schutzlos ausgeliefert fühlt.“….

….“Der Roman erzählt von gewöhnlichen Dingen. Sie würden uns nicht treffen, wäre nicht Stoner ein seltsam reiner, sich selbst verschlossener Held des Lebens, der gebeugt, aber nicht geschlagen jenem Ende entgegengeht, das niemanden verschont. In seinem Fall ist es der Krebs, der ihn inmitten seiner friedvollen späten Jahre ereilt. Auf dem Sterbebett gleiten die Bilder seines Lebens an ihm vorbei. Es kam, so scheint es ihm, einem Scheitern, einem Versäumnis ziemlich nahe. „Was hast du denn erwartet, fragte er sich.

Jetzt immerhin, im Angesicht des Todes, kümmert sich Edith um ihn. „Eine neue Ruhe breitete sich zwischen ihnen aus, eine Stille, die wie der Beginn einer Verliebtheit war, und beinahe ohne nachzudenken wusste Stoner, warum sie gekommen war. Sie hatten sich das Leid vergeben, das sie einander zugefügt hatten, und betrachteten selbstversunken, was aus ihrem gemeinsamen Leben hätte werden können.“….

http://www.zeit.de/2013/49/john-williams-stoner-roman

Die Neue Zürcher Zeitung bringt auch die Dynamik der Beziehungen und damit den „Beitrag“ von Stoner ins Spiel, dessen Duldsamkeit mich beim Lesen teilweise regelrecht aggressiv machte:

„….Oder müssen wir «Stoner», allem Anschein zum Trotz – und dafür mit einem Blick auf den Namen der Hauptfigur –, anders lesen? Den Protagonisten als eine Art Kippfigur wahrnehmen, deren liebenswürdige Verschlossenheit und Selbstgenügsamkeit auch ein durchaus destruktives Potenzial birgt?….“

„….Auf dem Hintergrund der Tatsache, dass Stoner – selten zwar, aber immerhin – für seine beruflichen Anliegen auf die Hinterbeine stehen kann, mutet solcher Quietismus angesichts der Misere seines einzigen Kindes fast schon zynisch an.“….

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/literatur/der-held-als-kippfigur-1.18147310

„….An der Universität von Missouri begegnet er, 19 Jahre alt, seiner ganz großen Liebe: der Literatur. Er wird Professor und versucht, seinen Studenten die Schönheit von Versen beizubringen. Er begreift, dass Dichtung die Welt verändern kann.

Mit seiner zweiten Liebe scheitert Stoner jedoch katastrophal: Die junge Edith, die er für sich gewinnt und heiratet, erweist sich als frigide und bösartig. Sie macht ihm und auch später der gemeinsamen Tochter das Leben zur Hölle. Edith ahnt nicht, was für einen großen Liebenden sie in diesem Mann hätte haben können….“

http://www.focus.de/kultur/buecher/literatur-die-liebe-des-farmers_id_3408372.html

Foto(4)

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2 Gedanken zu „Ein körperliches Erlebnis: „Stoner“ von John Williams….

    • Da Kommentare, die die offenkundige Zielrichtung und die Intention von Berichten in Frage stellen, gerne gelöscht werden, stell ich meinen Kommentar beim SZ-Magazin auch mal hier ein (mit richtigem Namen):

      „Ich behaupte, die Scham des Mannes hier, seine Ängste mit Gewalt und Kontrolle bekämpfen zu wollen (müssen?), ist größer als die Scham der Frau, die geschlagen wird. Auch diese Scham ist Macht – für die Frau.

      ….“Statt den Mann zu verlassen, nahm ich ihn auch auf dem Papier zum Mann. Ich bekam von ihm zwei Kinder.“….

      Eine selbstquälerische Eigenanalyse und geschlechtsbezogene Rollen- und Klischeezeichnung, die sicher ihre Wirkung nicht verfehlt: der ideologische Feminsimus und andere Vorbelastete, die bereits „wissen“, wie Männer so sind, werden sich bestätigt fühlen und unschwer mit der Opferfrau identifizieren.

      Zwischen den Zeilen tauchen differenziertere Fragen auf: inwieweit werden erlernte Beziehungsmuster gelebt und unbewusst die Voraussetzungen hierfür geschaffen? Immerhin.

      Ganz nebenbei erfährt man etwas Wesentliches: die Frau nimmt dem Mann die Kinder weg. Und lebt offenbar heute gut damit. Wie kommen die Kinder damit klar, dass ihr Vater „weg“ ist – und offenbar als „Bösewicht“ zurecht verlassen wurde?

      Was der Mann und Vater der Kinder zu sagen hätte, wäre interessant, dessen Perspektive!

      Lebensnah beschrieben:

      ….“Ich rannte ihm nach. Ich schrie. Ich stellte mich ihm in den Weg. Griff seinen Arm. Er stieß mich fort, blicklos, wortlos, und ging weiter. Ich stolperte hinterher.
      Ich folgte ihm nach Hause, um seine Zuwendung bettelnd wie ein getretener Hund.“….

      Dieses Verhalten einer Frau signalisiert dem Mann eines: hier wird nie eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe und auf Zuneigung und Liebe basierend entstehen. Männer die dies nicht wollen, die auf „Unterwerfung“ aus sind, wird das ansprechen. Alle anderen Männer suchen vernünftigerweise schnell das Weite. Denn solche Frauen brauchen keinen Partner – sie brauchen einen Therapeuten. Möglichst bevor sie Kinder bekommen!

      Was hier entstanden ist, ist eine auf gegenseitiger Macht basierende Konstellation: vordergründig übt natürlich ER Macht und Kontrolle aus, mittels körperlicher Gewalt. Übersehen wird hierbei gerne, dass SIE durch ihre Unterwerfung und ihren „Leidensbonus“ den Mann gefühlsmäßig manipuliert, auch das ist Macht! Dessen Schuldgefühle und Schwäche – die Gewalt – machen ihn zur willfährigen Marionette und komplett abhängig von der Frau….die ständig über einer Beziehung schwebende Drohung eines „Endes“ inklusive „Verlust“ der Kinder ist auch Gewalt.“

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